Alle Artikel in der Kategorie “Allgemeines

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Grade der Freiheit

von Stefan Goes

Menschen bewegen sich gewöhnlich in diesem Handlungsspektrum: können – wollen  – dürfen – sollen – müssen
Dieses Spektrum ist folgendermaßen definiert:

  • Das Können und das Wollen sind freie Handlungen
  • Das Dürfen unterliegt einer Erlaubnis, das Sollen einer Empfehlung durch gesellschaftliche, fremde oder eigene Werte oder Regeln
  • Das Müssen unterliegt einem Zwang durch gesellschaftliche, fremde oder eigene Werte oder Regeln

Wirklich freies Handeln liegt also nur im Wollen und Können vor.
Das Dürfen und Sollen ist bedingt frei, wenn die Erlaubnis oder die Empfehlung von mir selbst ausgeht.
Das Dürfen und Sollen sind eher unfreie Handlungen, wenn sie von anderen ausgehen.
Das Müssen seinerseits ist reiner Zwang, selbst, wenn ich ihn mir selbst antue.

Wenn also das Müssen und das Sollen die unfreiesten aller Handlungen sind, erstaunt es doch, dass so viele Menschen Sätze formulieren wie „Ich muss nachher noch…“, „Ich wollte eigentlich nicht aber ich hatte keine andere Wahl.“ Oder glauben, andere wirksam erreichen zu können, indem sie Dinge sagen wie „Vielleicht sollten Sie mal…“ oder „Sie müssen das doch verstehen.“

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„Unterbrechen“ und „ins Wort fallen“: Fluch und Segen dieser Gesprächs-Methode

von Stefan Goes

Wer kennt sie nicht, diese Menschen, die andere – oft nicht einmal sich selbst – selten in Ruhe ausreden lassen. Und wer kennt sie nicht, diese Menschen, die eher dazu neigen, sogar noch einen (langen) Augenblick zu warten, bis sie auf einen Gesprächsbeitrag reagieren. Diese extreme der Organisation des Sprechwechsels empfinden wir in bestimmten Situationen als anstrengend oder sogar unpassend, in anderen Situationen hingegen als sinnvoll oder angenehm. Wie kommt das?
Werfen wir einen Blick auf häufige Motive, überhaupt das Wort ergreifen zu wollen:

  • Verstand: einen konstruktiven Beitrag leisten zu wollen
  • Gefühl: Aufmerksamkeit erhalten, dazu gehören, Anerkennung oder Liebe bekommen
  • Selbstwertgefühl: „Der Beitrag ist wertvoll, weil ich wertvoll bin.“
  • Beziehungsgestaltung: den Status in der Gruppe erhöhen
  • Spaß: „Mitspielen“ wollen, z.B. in kreativen Prozessen oder in scherzhaften Situationen

Für den einvernehmlichen Sprechwechsel gibt es verschiedene Regeln, die jedeR unbewusst oder bewusst kennt und anwendet. Der nicht einvernehmliche Sprechwechsel findet quasi gegen den Willen des oder der Sprechenden statt, in dem man diese unterbricht. Häufige Motive hierfür sind:

  • Ungeduld / Eifrigkeit: der einvernehmliche Sprechwechsel kommt etwas zu früh (-;
  • Vorwissen: Was meinE PartnerIn gerade berichten möchte, weiß ich schon.
  • Besserwissen: MeinE PartnerIn „erzählt Unsinn“; ich weiß es besser.
  • Machtanspruch: Wer das Rederecht verteilt, ist der oder die Mächtigste in der Gruppe. Wer ungestraft unterbrechen darf, hat Hochstatus.
  • Gefahr abwenden: MeinE PartnerIn ist im Begriff, sich selbst anderen oder mir durch IhreN Beitrag Schaden zuzufügen
  • Nähe: eng verwandt mit Vorwissen. Es gibt Situationen, in denen sich alle freudig gegenseitig ins Wort fallen und die Sätze der anderen beenden, weil sie einander so vertraut sind.

Leicht zu erkennen: In der Minderzahl sind partnerschaftliche Motive. Egozentrik überwiegt. Also: Lassen Sie sich selbst und andere öfter mal ausreden!

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Demo-Kinder

von Stefan Goes

Wenn erwachsene Menschen protestierend für oder gegen etwas auf die Straße ziehen, tun sie dies oft lärmend, also mit Rasseln, Trommeln, Tröten und Pfeifen.
Ich kann mir nicht helfen: Das erinnert mich immer an hilflose, rebellische Kinder, die gegen ihre Eltern aufbegehren. Mit dem Fuß aufstampfen und sich mit den Fäusten trommelnd auf den Boden werfen, sozusagen. Finde ich würdelos. Wirkt ja schon bei einem Kind alleine nicht gut. Im Gegensatz dazu finde ich feinsinnige Sprechchöre oder gar stummen Protest sehr beeindruckend. Kann man sogar allein tun, ohne allzu eigenartig zu wirken.

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Leere Signifikanten – in der Politik und in Unternehmen

von Stefan Goes

Gestern hörte ich das erste Mal etwas über Ernesto Laclaus Theorie der leeren Signifikanten. Das verdanke ich Dirk Nabers, Professor für politische Soziologie an der Uni Kiel, der uns unter anderem dies in kleinem Kreise näher brachte. Das war übrigens wie eine Wellness-Dusche für den Geist, erfrischend und anregend. Kam zur rechten Zeit, denn ich bereite gerade meinen nächsten Vortrag zum Thema Sprachmagie vor. Kaum zu glauben, wie viele von den Dingern in Angela Merkels Regierungserklärung am 13.3.14 zum Thema Ukraine stecken.
In Unternehmen vermehren sich die Biester in Krisenzeiten auch wie die Feldmäuse. Achten Sie mal darauf…

 

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Begeisterungsmanagement

von Stefan Goes

Dieses Wort habe ich heute kennen gelernt. Habe ich gleich mal gegoogelt – ich glaube manchmal, ich lebe auf dem Mond oder in einer Parallelwelt. Das Netz ist voll davon! Und die meinen das alle ernst! Für mich sind die beiden Bestandteile dieses Kompositums nicht zu vereinen: Echte Begeisterung entsteht spontan, wobei sie durchaus von klugen Leuten systematisch entfacht werden kann. Management auf der anderen Seite ist doch eher etwas Planvolles, Langfristiges, Kalkuliertes. Wie arbeitet also so ein Begeisterungsmanager? Wie ein Puppenspieler? Mmm…

 

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das der Blog

von Stefan Goes

Ist ein Blog sprachgeschlechtlich männlich oder neutral?
Klare Sache, sage ich: DAS WeblogBUCH. Karin Saal benutzt es mal so und mal so, neigt aber zu DER Blog. Jessica Ziebell von puro nectar, die unser Blog technisch betreut, wies uns auf diesen Artikel von Anatol Stefanowitsch hin: Das Blog ist tot, es lebe der Blog. Er plädiert, wissenschaftlich spannend und schlüssig dargelegt, dafür, sich der Mehrheit der Nutzer (ca. 2/3) zu ergeben und DER Blog zu schreiben. Er selbst beharrt aber für sein eigenes Blog auf dem DAS, weil es heißt: Sprachlog. Haha. Sehr geschickt!
Bei Wikipedia ist es DAS Blog (mit Option auf Neutrum). So ist das auch bei Duden.

Ich füge mich dann mal der Mehrheit (genau 2/3) (-; :
communipedia ist DAS Blog für Sprachmagie, Führen und Verändern!

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einfach. behalten. – Gedächtnistraining mit Nicol Jahns

von Karin Saal

Als Skeptikerin ging ich mit gemischten Gefühlen in den Gedächtnistraining-Workshop von Nicol Jahns. Schließlich musste ich schon so viel lernen, -ob in Schule oder Studium-, und von Gedächtnistechniken hatte ich in dieser Zeit herzlich wenig gehört. Zwar hatte ich am Rande irgendwo einmal mitbekommen dass es hilft, sich kleine Geschichten und Eselsbrücken zu den Lerninhalten auszudenken, doch wirklich daran geglaubt hatte ich nie. Allerdings Read More

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Neuer Artikel von Dr. Stefan Goes: Werteorientierung und Aufrichtigkeit

Im GABAL Verlag im April 2014 erschienen:

GABAL. Impulse für ein Leben in Balance
18 Impulse, wie Sie das eigene Leben in den Griff bekommen, für Lebensqualität sorgen und Balance erreichen

In diesem am 02.04.2014 erschienenen Sammelband geben 19 Autoren und Autorinnen in 18 Artikeln verschiedene Impulse für ein Leben in Balance, einer ausgewogenen Work-Life-Balance.
Sie zeigen unterschiedliche Ansätze, wie Sie Ihre Ziele selbstbestimmt und nachhaltig erreichen, zu innerer Stärke und Zufriedenheit gelangen, sicher mit Veränderungen umgehen sowie neue Herangehensweisen entdecken und einsetzen. Read More